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DE0005810055 581005 -   € -   €
 
 
 

Deutsche Börse AG am US-Markt verzockt


24.12.2010
Geldanlage-Report

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Geldanlage-Report" raten die Aktie der Deutschen Börse AG (ISIN DE0005810055 / WKN 581005) zu halten.

Längst sei bei den Börsenbetreibern diesseits und jenseits des Atlantiks Ernüchterung eingekehrt. Die fusionsgetriebenen Kursexzesse des Jahres 2007 seien Vergangenheit. Die Aktien der Deutschen Börse AG würden in 2010 zu den schwächsten Performern im DAX (ISIN DE0008469008 / WKN 846900) gehören. Der jüngste Kursanstieg gebe jedoch Hoffnung auf eine Trendwende. Zu Recht?

Prinzipiell sei festzustellen, dass das gute Ergebnis im dritten Quartal mit zwar minimalen, aber immerhin vorhandenen Steigerungen bei Umsatz und Vorsteuergewinn vor allem auf Kosteneinsparungen in allen Bereichen zurückzuführen gewesen sei. Dazu würden neben dem Produkt- und Dienstleistungsangebot alle zentralen Felder der Kapitalmarkt-Infrastruktur gehören. Im Einzelnen seien dies die Abwicklung der Aufträge im Aktien- und Terminhandel, die Bereitstellung von Marktinformationen und die Entwicklung und der Betrieb elektronischer Handelssysteme.

Letztlich hänge der Erfolg der Deutschen Börse AG von der Entwicklung der Handelsvolumina an den deutschen Börsen ab. Steigende Kurse würden tendenziell zu höheren Volumina und damit zu höheren Gebühreneinnahmen für den Börsenbetreiber führen. Dass die Aktie zuletzt trotzdem nicht in Schwung gekommen sei, habe vor allem daran gelegen, dass sich die Deutsche Börse AG am US-Markt mit einer Übernahme verzockt habe. Auf den Ende 2007 erfolgten Kauf der ISE (International Securities Exchange) (ISIN KYG498231003 / WKN A1CTD8), die auch auf den Handel mit Optionen spezialisiert habe, müsse eine Wertminderung in Höhe von 450 Millionen Euro vorgenommen werden. Der Kaufpreis habe ursprünglich bei 2,8 Milliarden US-Dollar gelegen.

Die ISE befinde sich in einem selbstzerstörerischen Preiskampf mit den US-Konkurrenten NASDAQ OMX (ISIN US6311031081 / WKN 813516) und NYSE Euronext (ISIN US6294911010 / WKN A0MLCE). Abschreibungen seien vom Markt befürchtet worden und hätten zuletzt auf der Aktie der Deutschen Börse AG gelastet. Als die schlechte Nachricht schließlich veröffentlicht worden sei, habe die Aktie mit einem Erleichterungshüpfer reagiert. Fraglich sei allerdings inwieweit die Börse in der Lage sein werde, die Umsätze organisch zu steigern, wenn es am Gesamtmarkt keine Fortsetzung der aktuellen Rallye geben sollte.


Beobachter würden immer noch von einem Investitionsstau bei einigen Anlegern sprechen. Solle heißen: Durch die Krise abgeschreckte Investoren seien teilweise immer noch nicht wieder an den Aktienmarkt zurückgekommen. Trotz des Kursaufschwungs würden die Handelsvolumina speziell bei Nebenwerten relativ niedrig bleiben. Die Frage sei: Kämen diese Anleger noch im Laufe des aktuellen, konjunkturellen Aufwärtszyklus zurück oder nicht?

Davon dürfte es letztlich abhängen, wie sich die Aktie der Deutschen Börse AG in den kommenden Monaten entwickeln werde. Denn: Attraktive Übernahmeobjekte seien nicht in Sicht. Zudem dürften die negativen Erfahrungen mit der ISE den Kaufhunger der Verantwortlichen vorläufig ohnehin gebremst haben.

Ungeachtet dessen sei die Aktie aber beim aktuellen Kurs von 52,40 Euro so niedrig bewertet, dass sie langsam aber sicher auch für wertorientierte Anleger interessant werden dürfte (nachdem früher vor allem die Wachstumsperspektiven als Kaufargument gegolten haben). Mit einem 2010er/11er-KGV von 14 bzw. 11 sei die Aktie inzwischen alles andere als teuer bewertet. Die Dividende von 4,0 Prozent sei ebenfalls attraktiv, speziell wenn man berücksichtige, dass die durchschnittliche Dividendenrendite im DAX durch die starken Kursanstiege bei einigen Werten deutlich zurückgekommen sei.

Trotzdem sei die Aktie nicht unbedingt für konservative Anleger geeignet. Mögliche weitere Marktanteilsverluste der ISE könnten genauso Druck auf den Kurs bringen wie ein eventueller Kurseinbruch am Aktienmarkt. Zunächst könnte man hier zwar durch weitere Kostensenkungen gegensteuern, aber mittelfristig dürfte das Einsparpotenzial ausgereizt sein. Dann helfe nur noch echtes Wachstum und das werde es nur dann geben, wenn der Aktienmarkt weiter nach oben laufe.

Die Aktie der Deutsche Börse AG sei vom Performance-König zum Underperformer geworden. Dafür verantwortlich sei u.a. die zu teure Übernahme der US-Börse ISE. Die Wachstumsperspektiven seien mau. Lediglich eine anhaltende Rally am Aktienmarkt könnte die Aktien der Deutsche Börse AG beflügeln. Die inzwischen relativ niedrige fundamentale Bewertung könnte wertorientierte Anleger anlocken, die jedoch die Risiken nicht unterschätzen sollten.

Die Aktie der Deutschen Börse AG ist für die Experten vom "Geldanlage-Report" aktuell eine Halteposition. (Analyse vom 24.12.2010) (24.12.2010/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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